Dienstag, 17:40 Uhr. Auf der Station läuft die Abendrunde, zwei Pflegekräfte verteilen Medikamente und helfen beim Essen. Frau K., 84, möchte „nach Hause, die Kinder kommen gleich von der Schule“. Sie nimmt ihren Mantel und geht durch die Nebentür in den Garten. Um 18:25 Uhr fällt auf, dass ihr Platz leer ist. Niemand weiß, seit wann. Niemand weiß, wohin.
Ab jetzt suchen drei Mitarbeitende Zimmer, Keller, Garten und Parkplatz ab. Die übrigen 28 Bewohner werden von einer Person betreut. Um 19:10 Uhr wird die Polizei verständigt.
Dieses Szenario ist erfunden, aber in jedem Pflegeheim im deutschsprachigen Raum sofort wiederzuerkennen. Es zeigt die eigentliche Schwäche der Demenzpflege im Heim: nicht fehlende Fachlichkeit oder fehlender Wille, sondern fehlende Information zum richtigen Zeitpunkt. Wann hat jemand den Bereich verlassen? Wo ist die Person jetzt? Ohne Antwort auf diese beiden Fragen wird aus einem Spaziergang eine Suchaktion, die Personal bindet, Angehörige verängstigt und im Winter lebensgefährlich werden kann.
Dieser Beitrag analysiert die Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz anhand aktueller Zahlen, beschreibt die konkreten Herausforderungen für das Pflegepersonal und zeigt, welche Ortungs- und Notrufsysteme infrage kommen, inklusive der Lösungen von Alarmbands für Einrichtungen und für pflegende Angehörige zu Hause.
Warum das Demenz-Problem in Heimen immer größer wird
Drei Entwicklungen treffen gleichzeitig aufeinander. Jede für sich wäre zu bewältigen. Zusammen erklären sie, warum Heimleitungen und Pflegedienstleitungen in allen drei Ländern dasselbe berichten: Die Demenzpflege wird jedes Jahr anspruchsvoller.
1. Die Zahl der Betroffenen steigt, und sie landen im Heim
Demenz ist der häufigste Grund für einen Heimeinzug. In Deutschland erkranken jährlich rund 357.000 Menschen über 65 neu [1]; bis 2050 rechnet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft mit 2,3 bis 2,6 Millionen Betroffenen. Österreich erwartet bis 2050 mehr als 290.000 Menschen mit Demenz [2], die Schweiz rund 287.800 [3]. Solange Angehörige die Betreuung zu Hause leisten können, bleiben die meisten dort. Sobald Orientierung, Tag-Nacht-Rhythmus oder das Weglaufen nicht mehr beherrschbar sind, kommt der Umzug in die stationäre Pflege. Die Heime bekommen also nicht irgendeinen Querschnitt der Erkrankten, sondern gezielt die schwierigsten Verläufe.
2. Demenz im Heim wird massiv unterschätzt
Das ist der Befund, der am meisten überrascht. Die Donau-Universität Krems hat im DEMDATA-Projekt 571 Bewohnerinnen und Bewohner in acht zufällig ausgewählten oberösterreichischen Pflegeheimen untersucht. Laut Pflegedokumentation hatten 58,8 % eine Demenzdiagnose. Die psychologische Direkttestung ergab jedoch, dass 85,2 % eine mäßige bis schwere kognitive Beeinträchtigung aufweisen [4]. Studienleiterin Univ.-Prof. Dr. Stefanie Auer nannte die Situation „sehr beunruhigend“ mit „dringendem Handlungsbedarf“ [5].
Die Schweiz zeigt dasselbe Muster: In einer Auswertung von 26.108 Heimbewohnenden in 386 Einrichtungen hatten 47,6 % eine ärztliche Demenzdiagnose, weitere 16,9 % einen klaren Demenzverdacht, zusammen rund zwei Drittel [6]. Für Deutschland nennt die Nationale Demenzstrategie „ein bis zwei Drittel“ der Pflegeheimbewohner, mehr als die Hälfte davon mit schwerer Demenz [7].
Für den Pflegealltag heißt das: Ein Team, das laut Akten 30 Bewohner mit Demenz betreut, hat in Wirklichkeit vielleicht 45. Für die 15 ohne Diagnose gibt es keinen Pflegeplan für Hinlauftendenz, keine Risikoeinschätzung und keine technische Vorsorge.
3. Das Personal wird knapper, die Aufgaben nicht
In Deutschland waren 2025 rund 31.000 Pflegestellen bei der Bundesagentur gemeldet; 96 % davon suchen examinierte Fachkräfte, während über die Hälfte der arbeitslosen Bewerber nur Helfertätigkeiten ausüben kann [8]. Destatis erwartet bis 2049 eine Lücke von 280.000 bis 690.000 Pflegekräften [9]. Österreich muss laut Gesundheit Österreich GmbH bis 2050 rund 196.000 Pflege- und Betreuungspersonen neu gewinnen [10]. In der Schweiz bleibt der Pflegefachkräftemangel trotz Pflegeinitiative das zentrale Thema der Langzeitpflege.
Im Heim heißt das konkret: Nachtdienste mit einer Pflegekraft für 30 bis 40 Bewohner, Zeitarbeitskräfte, die das Haus und die Bewohner nicht kennen, und Teams, in denen jede ungeplante Suche eine Lücke in der Versorgung reißt.
Die größten Herausforderungen für das Pflegepersonal
Die DEMDATA-Daten aus Österreich beschreiben nicht nur die Häufigkeit von Demenz, sondern auch, womit das Personal täglich umgeht [4, 5]. Ergänzt um Befunde aus Deutschland und der Schweiz ergibt sich dieses Bild:
Hinlauftendenz
Rund drei von fünf Menschen mit Alzheimer zeigen im Krankheitsverlauf eine Hinlauftendenz. Sie suchen das Elternhaus, den früheren Arbeitsplatz, „die Kinder“. Das Verhalten hat für die Person einen Sinn, ist aber ohne Orientierung lebensgefährlich. Besonders häufig am späten Nachmittag und Abend („Sundowning“).
Verhaltensauffälligkeiten
Vier von fünf Heimbewohnern zeigen mindestens eine Verhaltensauffälligkeit: Unruhe, Aggression, Rufen, nächtliches Umherwandern. Eine Studie aus Schleswig-Holstein zeigt, dass Heime Bewerber mit Hinlauftendenz häufiger ablehnen, weil geschützte Plätze und Personal fehlen.
Unerkannte Schmerzen
Fast die Hälfte der Bewohner berichtet über leichte bis starke Schmerzen. Menschen mit Demenz können Schmerz oft nicht benennen; er äußert sich als Unruhe oder Weglaufen. Ein Alarm meldet das Ereignis, die Ursache muss das Personal weiterhin fachlich klären.
Mobilitätseinschränkung und Sturzrisiko
Die meisten Bewohner sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Wer trotzdem losgeht, stürzt leichter, und zwar genau dort, wo niemand hinsieht: im Treppenhaus, im Garten, auf dem Parkplatz.
Gleichzeitigkeit
Eine Pflegekraft, die beim Essen hilft, kann nicht gleichzeitig jeden Ausgang beobachten. Das Problem ist nicht Unaufmerksamkeit, sondern dass zu viele notwendige Aufgaben zur selben Zeit anfallen, nachts mit noch weniger Personal.
Vermisstensuche
„Wenn ein Mensch in einem Radius von mehr als fünf Kilometern verschwindet, haben wir fast keine Chance, ihn zu finden“, so ein Polizeiexperte. In Baden-Württemberg stiegen die Vermisstenfälle über 50 Jahre von 57 (2007) auf 593 (2012) pro Jahr; Demenzkranke stellen in manchen Dienststellen zwei Drittel der Vermisstenmeldungen.
In Österreich hat die Polizei an 250 Dienststellen Beamte zu „demenzfreundlichen“ Ansprechpartnern geschult, weil „die Suche nach vermissten Demenzkranken fast zur täglichen Polizeiarbeit gehört“ und oft lebensbedrohlich ist [14]. Das ist eine Reaktion auf ein Problem, das im Heim beginnt.
Was passiert, wenn kein Überwachungssystem vorhanden ist
Ohne elektronische Bereichsmeldung erfährt das Personal von der Abwesenheit erst beim nächsten persönlichen Kontakt: bei der Essensrunde, der Medikamentengabe, dem Kontrollgang. Die Zeitspanne zwischen Verlassen und Bemerken ist die gefährlichste Phase, denn in ihr vergrößert sich der Suchradius mit jeder Minute. Der folgende Vergleich zeigt beispielhaft, wie sich der Ablauf verändert. Die Zeiten sind illustrativ; die reale Dauer hängt von Gebäude, Personalbesetzung und Tageszeit ab.
Ohne Ortungs- und Alarmsystem
- 17:40Bewohnerin verlässt unbemerkt den Wohnbereich.
- 18:25Abwesenheit fällt bei der Abendrunde auf. Letzter Sichtkontakt unklar.
- 18:25–19:10Drei Mitarbeitende durchsuchen alle Zimmer, Bäder, Keller, Garten, Parkplatz. Eine Person betreut allein die Station.
- 19:10Heimleitung informiert, Polizei verständigt, Angehörige angerufen.
- 19:30–22:00Polizeistreifen, ggf. Hundestaffel oder Hubschrauber. Suchradius inzwischen mehrere Kilometer.
- danachDokumentation, Meldung an Heimaufsicht, Gespräch mit Angehörigen, Belastung im Team.
Mit GPS-Uhr oder Trackingarmband und Geofence
- 17:40Bewohnerin verlässt den definierten Sicherheitsbereich. Das Gerät meldet den Bereichsaustritt automatisch, ohne Knopfdruck.
- 17:41Alarm auf dem Diensttelefon mit Name, Uhrzeit und aktueller Position.
- 17:42Eine Mitarbeiterin geht gezielt in Richtung Gartentor; die Station bleibt besetzt.
- 17:48Bewohnerin wird 150 Meter entfernt an der Bushaltestelle gefunden und begleitet.
- 17:55Kurze Dokumentation. Kein Polizeieinsatz, keine Suchaktion, keine verängstigten Angehörigen.
Welche Überwachungssysteme für Demenz im Heim möglich sind
„Demenz-Überwachungssystem“ ist ein Sammelbegriff. Entscheidend ist, welche Information das Personal braucht: eine Meldung an der Tür, die Position außerhalb des Gebäudes oder die Zuordnung zu einem Raum.
| System | Was es leistet | Grenze | Kosten (Größenordnung) |
|---|---|---|---|
| GPS-Notrufuhr mit Geofence | Alarm beim Verlassen eines Bereichs, Standort außerhalb des Gebäudes, Telefonie, Sturzerkennung | Im Gebäude nur grobe Ortung; Akku muss geladen werden; Gerät muss getragen werden | 250–350 € pro Gerät + 5–12 € / Monat |
| GPS-Trackingarmband | Wie oben, kleiner und leichter, mit Clip, Armband oder in der Kleidung tragbar | Kürzere Laufzeit bei engen Ortungsintervallen | 250 € + ab 10 € / Monat |
| Basisstation / Homepoint | Ergänzt die Uhr um Indoor-Ortung und zuverlässige Zonen im Haus | Reichweite pro Station begrenzt; größere Häuser brauchen mehrere | ab 69 € pro Station |
| Türsensoren mit Funkarmband | Meldet, wenn eine bestimmte Person eine bestimmte Tür passiert | Nur eingerichtete Übergänge; keine Position danach | Installation pro Tür, meist vierstellig pro Haus |
| Indoor-Ortung mit Beacons | Raum- oder Etagenzuordnung im Gebäude | Hoher Installationsaufwand, keine Ortung außerhalb | Projektpreis, meist fünfstellig |
| Bett- und Bewegungssensoren | Melden Aufstehen in der Nacht | Zeigen nicht, wohin die Person geht | 100–500 € pro Bett |
| Komplettsystem (Uhr + Armband + Beacons + Wandtaster + Software) | Raumgenaue Ortung innen, GPS außen, Alarm-Eskalation an Schichten, Anbindung an Rufanlage und Pflegesoftware | Planung und Installation nötig; lohnt ab mittlerer Hausgröße | Projektpreis, auch als Miete |
| Verschlossene Stationen | Verhindert das Verlassen | Freiheitsentzug, genehmigungspflichtig (BGB, HeimAufG, ZGB), belastet alle Bewohner | Baulich und rechtlich aufwendig |
Für die meisten Heime ist die Kombination aus tragbarem GPS-Gerät mit automatischem Geofence und, bei Bedarf, einer Basisstation für den Innenbereich der schnellste und günstigste Einstieg: keine Bauarbeiten, keine IT-Integration, pro Bewohner einzeln einsetzbar, innerhalb eines Tages betriebsbereit.
Die Lösung von Alarmbands: kostengünstig, sofort einsetzbar
Alarmbands bietet drei Pakete, die auf das Problem „unbemerktes Verlassen und stundenlange Suche“ zugeschnitten sind. Alle drei melden den Austritt aus einem Sicherheitsbereich automatisch, ohne dass die betroffene Person einen Knopf drücken muss, und liefern die aktuelle Position auf das Diensttelefon oder das Smartphone der Angehörigen. Die ersten beiden Pakete sind Einzelgeräte für den sofortigen Einsatz, das dritte ist eine komplette Einrichtungslösung mit Software.
- GPS- und WLAN-Ortung, Geofence mit automatischer Meldung
- Automatische Sturzerkennung mit Alarm, wenn die Person liegen bleibt
- Telefonfunktion mit Lautsprecher, bis zu 5 Notfallkontakte in Reihenfolge
- Akku ca. 5 Tage im Normalbetrieb, IP67 (Duschen, Händewaschen)
- Keine App nötig; EU-weite Roaming-SIM enthalten
- Optional: Notruf-Basisstation (69 €) für Indoor-Ortung und Zonen im Haus, empfohlen für Pflegeeinrichtungen
- Optional: Anbindung an 24-h-Notrufzentrale (DRK, Johanniter, Lazariter)
- Nur 60 g, 47 × 41 × 16 mm, weiches Silikon, als Armband, Clip oder in der Kleidung tragbar
- 4G/LTE, GPS (0–5 m im Freien), WLAN und Bluetooth für Innenräume
- Geofence-Alarm, SOS-Taste, Sturzerkennung, Telefonie
- Positionsverlauf: wo war die Person in den letzten Stunden
- App MiniFinder GO für Android und iOS; mehrere Geräte in einer Übersicht
AMB Enterprise ist die Lösung für Einrichtungen, in denen Einzelgeräte nicht mehr ausreichen: mehrere Wohnbereiche, viele Bewohner mit Hinlauftendenz, Nachtdienste mit wenig Personal und die Anforderung, dass jeder Alarm mit Raumangabe auf dem richtigen Diensttelefon landet. Alle Komponenten laufen auf einer gemeinsamen Plattform.
Smartwatch mit 4G, 2G und Bluetooth. Ortung innen und außen, Geofence, Sprechverbindung in beide Richtungen, Notruftaste, automatische Sturz-, Man-Down- und Bewegungslosigkeits-Erkennung, Aktivitätsüberwachung. Für Bewohner mit Hinlauftendenz und hohem Sturzrisiko.
Leichtes Armband mit SOS-Taste für Bewohner, die keine Uhr tragen, aber im Haus geortet werden sollen. Wird über die Beacons raum- bzw. zonengenau erkannt.
Kleine Funkmarker, die Räume und Zonen markieren: Zimmer, Flur, Treppenhaus, Garten, Ausgang. Damit zeigt der Alarm nicht nur „Gebäude“, sondern „Wohnbereich 2, Treppenhaus Nord“.
Fest montierte Ruftaste für Bad, Flur und Gemeinschaftsräume. Ergänzt den klassischen Schwesternruf dort, wo Bewohner kein Gerät tragen.
Überträgt die Daten der Geräte und Beacons verschlüsselt an die Plattform; funktioniert auch bei schwachem Mobilfunkempfang im Gebäude.
Web-Dashboard und App für das Pflegeteam: Bewohnerverwaltung, Zonen pro Bewohner, Alarmübersicht, Rollen und Schichten, Alarm-Eskalation (App, SMS, E-Mail, Telefon, Notrufzentrale), Rückruf-Alarm für Verstärkung, Berichte für Heimaufsicht und Qualitätsmanagement. Offene Schnittstelle zu Pflegesoftware, Rufanlage und Telefonie.
- Alarmweg geregelt: Jeder Alarm geht an die zuständige Schicht, wird quittiert und bei Nichtreaktion automatisch eskaliert.
- Raumgenau statt nur GPS: Beacons liefern im Gebäude die Zone, die Pro Uhr draußen die GPS-Position.
- Ein System für alle Bewohner: Uhr, Armband oder Wandtaste je nach Fähigkeit der Person, alles in einer Übersicht.
- Einführung inklusive: Begehung, Beacon-Planung, Installation, Einweisung des Teams, Dokumentationsvorlagen für Datenschutz und Einwilligung.
| Merkmal | Paket 1 Notrufuhr | Paket 2 Alarmband Nano | Paket 3 AMB Enterprise |
|---|---|---|---|
| Geofence-Alarm ohne Knopfdruck | ja | ja | ja |
| Ortung im Freien (GPS) | ja | ja, 0–5 m | ja (Pro Uhr) |
| Ortung im Gebäude | WLAN, mit Basisstation zonengenau | WLAN/Bluetooth | raum-/zonengenau über Beacons |
| Sturzerkennung | ja | ja | ja, plus Man-Down und Bewegungslosigkeit |
| Sprechverbindung | ja | ja | ja (Pro Uhr) |
| Alarmempfang | Anruf/SMS an bis zu 5 Kontakte | App | Dashboard, App, SMS, E-Mail, Telefon, Notrufzentrale mit Eskalation |
| Mehrere Bewohner verwalten | einzeln | mehrere in einer App | unbegrenzt, mit Rollen und Schichten |
| Anbindung Pflegesoftware/Rufanlage | nein | nein | ja, offene Schnittstelle |
| Wandtaster für Bad/Flur | nein | nein | AMB Button |
| Preis | 269 € + 5 €/Monat | 249 € + ab 10 €/Monat | auf Anfrage |
Nicht nur für Heime: Die gleiche Technik gehört in die häusliche Pflege
Zwei Drittel der Menschen mit Demenz leben zu Hause und werden von Angehörigen betreut. Dort gibt es keinen Nachtdienst, keine Kollegin, die mitsucht, und keine Nebentür mit Sensor. Die Angst, dass der Vater beim Einkaufen verschwindet oder die Mutter nachts das Haus verlässt, ist einer der häufigsten Gründe, warum Angehörige an ihre Grenze kommen und ein Heimplatz nötig wird. Ein GPS-Armband schiebt diesen Zeitpunkt oft um Monate oder Jahre hinaus.
Für Pflegeheime und Betreuungseinrichtungen (B2B)
- Einstieg mit Paket 1 oder 2 für einzelne Bewohner, Testgeräte für einen Pilot über 4–6 Wochen
- AMB Enterprise für das ganze Haus: Pro Uhr, Lite-Armband, Beacons, Wandtaster und Software mit Alarm-Eskalation
- Sicherheitszonen pro Bewohner: Garten ja, Parkplatz nein; raumgenaue Alarme über Beacons
- Anbindung an Rufanlage und Pflegesoftware, Mengenpreise, Miet- oder Leasingmodell
- Unterstützung bei Datenschutz- und Einwilligungsdokumentation
Für Angehörige zu Hause (B2C)
- Ein Gerät, eine App, Alarm direkt auf das eigene Handy
- Sturzerkennung und Telefonie für den Alltag, Geofence für den Spaziergang
- Kein Vertrag mit Mindestlaufzeit, ab 5 € im Monat
- Optional Anbindung an eine 24-h-Notrufzentrale, wenn man selbst nicht erreichbar ist
- 30 Tage ausprobieren, Beratung telefonisch oder per E-Mail
Datenschutz und Bewegungsfreiheit: Was Heime beachten müssen
Ortung greift in Persönlichkeitsrechte ein und braucht einen klaren Betreuungszweck. Eine Demenzdiagnose nimmt niemandem automatisch die Fähigkeit, über eine Maßnahme selbst zu entscheiden. Betroffene sind nach ihren Fähigkeiten einzubeziehen; wo eine Vertretung nötig ist, muss deren Zuständigkeit (Betreuer, Erwachsenenvertreter, Beistand) geklärt sein.
| Land | Datenschutz | Freiheitsbeschränkung |
|---|---|---|
| Deutschland | DSGVO, Art. 9 für Gesundheitsdaten; Datenschutz-Folgenabschätzung prüfen | § 1831 BGB: regelmäßige freiheitsentziehende Maßnahmen grundsätzlich genehmigungspflichtig |
| Österreich | DSGVO und DSG | Heimaufenthaltsgesetz §§ 3–7: elektronische Maßnahmen können Freiheitsbeschränkungen sein; Meldung an Bewohnervertretung |
| Schweiz | DSG, kantonale Vorschriften; EDÖB betont besonderen Schutz von Gesundheitsdaten | Art. 383–385 ZGB: erforderlich, verhältnismäßig, protokolliert, regelmäßig überprüft |
Wichtig: Eine Ortung, die Bewegungsfreiheit ermöglicht (die Person darf in den Garten, weil man sie im Ernstfall findet), ist rechtlich etwas anderes als eine Maßnahme, die das Verlassen verhindert. In der Praxis erleichtern GPS-Systeme es Heimen, auf verschlossene Türen zu verzichten.
So führt ein Heim ein Ortungssystem in fünf Schritten ein
- Bewohner und Risiko festlegen. Welche Bewohner haben eine Hinlauftendenz oder ein hohes Sturzrisiko? Welche Ausgänge, Zonen und Zeiten sind kritisch?
- Rechte und Zuständigkeiten klären. Einwilligung oder Vertretung dokumentieren, Datenschutzbeauftragten einbinden, Alarmempfänger im Dienst festlegen.
- Pilot mit zwei bis drei Geräten. Vier bis sechs Wochen; Zonen, Empfang in Garten und Treppenhaus, Akkulaufzeit und Tragekomfort testen.
- Alarmweg in die Dienstübergabe aufnehmen. Wer erhält den Alarm, wer reagiert, wer versorgt währenddessen die Station, wer lädt die Geräte?
- Nutzen messen und ausrollen. Suchzeiten, Fehlalarme und Vorfälle vor und nach dem Pilot vergleichen; dann auf weitere Bewohner ausweiten.
Häufige Fragen aus Pflegeheimen und von Angehörigen
Reicht eine Notrufuhr mit SOS-Taste bei Demenz?
Nein, nicht allein. Menschen mit fortgeschrittener Demenz drücken im Ernstfall keinen Knopf. Entscheidend ist der automatische Geofence-Alarm beim Verlassen eines Bereichs und die Ortungsabfrage von außen. Beide Alarmbands-Geräte bieten das; die SOS-Taste ist eine Ergänzung.
Findet eine GPS-Uhr einen Bewohner in jedem Zimmer?
GPS funktioniert im Freien. Im Gebäude nutzt die Notrufuhr WLAN-Ortung; für eine zuverlässige Zuordnung zu Zonen im Haus empfehlen wir die Basisstation. Raumgenaue Ortung über mehrere Wohnbereiche und Etagen leistet AMB Enterprise mit Beacons in Zimmern, Fluren und Treppenhäusern.
Ab welcher Größe lohnt sich AMB Enterprise?
Als Faustregel ab etwa 20 Bewohnern oder sobald mehr als fünf Personen gleichzeitig geortet werden sollen, mehrere Wohnbereiche bestehen oder Alarme in die vorhandene Rufanlage laufen müssen. Kleinere Häuser und Wohngruppen starten meist mit Paket 1 oder 2 und steigen später um; die Geräte lassen sich weiterverwenden.
Was ist, wenn der Bewohner das Gerät abnimmt?
Tragekomfort und Akzeptanz werden im Pilot getestet. Das Nano lässt sich auch in der Kleidung oder am Gürtel tragen. Ein Gerät, das nicht getragen wird, hilft nicht; deshalb sollte jede Ablehnung individuell angeschaut werden, nicht mit einem festeren Verschluss beantwortet.
Funktionieren die Geräte in der Schweiz?
Beide Geräte nutzen 4G/LTE mit Roaming-SIM. Für den Einsatz in der Schweiz bestätigen wir Tarif und Netzabdeckung bei der Beratung, da die Schweiz nicht zur EU gehört und 2G dort bereits abgeschaltet ist.
Werden damit Pflegekräfte ersetzt?
Nein. Ortung liefert Information. Zuwendung, Körperpflege, medizinische Einschätzung und die Begleitung bleiben beim Team. Der Nutzen liegt darin, dass die Information früher kommt und die Suche gezielt statt flächendeckend erfolgt.
Wie hoch sind die laufenden Kosten für Angehörige?
Ab 5 € im Monat für die Notrufuhr inklusive SIM, Notrufe und Ortungen. Das Nano ab 10 € im Monat. Keine Mindestlaufzeit, 30 Tage Rückgaberecht.
Lassen Sie sich beraten, bevor die nächste Suche beginnt
Ob Pflegeheim, betreutes Wohnen oder häusliche Pflege: Wir prüfen mit Ihnen, welche Notrufuhr oder welches Trackingarmband zu Ihren Bewohnern, Ihrem Gebäude und Ihren Abläufen passt, und stellen Testgeräte für einen Pilot bereit. Für Angehörige beraten wir auch telefonisch zur Einrichtung von Sicherheitszonen und Notfallkontakten.
Beratung anfragenQuellen
- Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Informationsblatt 1, Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen, Stand 2026 (Zahlen Ende 2025). deutsche-alzheimer.de
- Österreichisches Sozialministerium: Demenzbericht 2025, Zahl der Menschen mit Demenz steigt, Mai 2025. sozialministerium.gv.at
- Bundesamt für Gesundheit (CH): Demenz, Zahlen und Fakten, 2026. bag.admin.ch
- Höfler, M., Ratajczak, P., Schoisswohl, S., Linsmayr, E., Prieschl, D., Span, E., Auer, S.: Wie viele Menschen mit Demenz leben in österreichischen Pflegeheimen? Erste Ergebnisse aus dem DEMDATA-Projekt. Donau-Universität Krems / MAS Alzheimerhilfe.
- Donau-Universität Krems: Pflegeheime: 85 Prozent leiden an Demenz, News 2018. donau-uni.ac.at
- Alzheimer Schweiz: Menschen mit Demenz in Pflegeheimen, RAI-/PLAISIR-Auswertung (Bartelt), n = 26.108. alzheimer-schweiz.ch
- Nationale Demenzstrategie (DE): Themenpapier Leben mit Demenz, Wohnen heute und morgen, 2022, mit Verweis auf Schäufele et al. 2013. nationale-demenzstrategie.de
- Bundesagentur für Arbeit: Blickpunkt Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, 2025/2026. statistik.arbeitsagentur.de
- Statistisches Bundesamt: Bis 2049 werden voraussichtlich mindestens 280.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, Pressemitteilung Januar 2024. destatis.de
- Gesundheit Österreich GmbH: Pflegepersonalbedarfsprognose, Update bis 2050. goeg.at
- Alzheimer Forschung Initiative: Hinlauftendenz bei Demenz, Ursachen und Maßnahmen. alzheimer-forschung.de
- bibliomed Pflege: Hinlauftendenz erschwert Suche nach Pflegeplatz, Studie Hochschule Kiel / Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein. bibliomed-pflege.de
- Deutscher Präventionstag: Vermisste Personen mit Demenz, Polizeidaten Baden-Württemberg 2007–2013. praeventionstag.de
- Salzburger Nachrichten: Die Polizei wird „demenzfreundlich“, 2021. sn.at
- Alarmbands: Produktseiten Notrufuhr mit GPS & Sturzerkennung und GPS-Tracker Alarmband Nano, Preise Stand 7. Oktober 2026. alarmbands.com
Die Zahlen beruhen auf Schätzungen und Studien mit unterschiedlichen Bezugsjahren und Methoden und sind nicht als einheitliche DACH-Erhebung zu lesen. Zeitangaben im Ablaufvergleich sind illustrativ. Preise, Tarife und Funktionen können sich ändern.
